Während der Schwangerschaft muss eine mütterlich-fetale Immunakzeptanz stattfinden, um eine Inkompatibilität zwischen Mutter und Fötus zu vermeiden. Verantwortlich dafür sind die KIR-Rezeptoren auf NK-Zellen (Natural Killer Cells) und ihr Ligand HLA-C, das vom Trophoblasten des Fötus exprimiert wird. Die Gesamtheit dieser KIR-Gene bezeichnet man als KIR-Genotyp, der sich in zwei Haplotypen unterteilt: KIR A (inhibitorischer Subtyp) und KIR B (aktivierender Subtyp).
Der Haplotyp B hat eine eher „schutzende“ Wirkung für den Fötus, wohingegen der A-Haplotyp eine Inkompatibilität zwischen Mutter und Fötus begünstigen kann.
KIR-Rezeptoren erkennen eine konstante Aminosäure in Position 80 der HLA-C-Moleküle, die jeweils mütterlicherseits und väterlicherseits vererbt werden. Befindet sich an dieser Stelle Asparagin (Asp), spricht man von HLA-C1. Ist dagegen Lysin (Lys) vorhanden, heißt es HLA-C2. Infolgedessen werden die verschiedenen HLA-C-Moleküle in C1 bzw. C2 eingeteilt.
Wenn die Mutter den AA-Genotyp im KIR-Rezeptor besitzt und die HLA-C-Typisierung C2C2 ergibt, kann dies zu einer Abstoßung des Embryos führen und somit die Rate an wiederholtem Implantationsversagen erhöhen.
*Bei anderen Ursachen weiblicher Unfruchtbarkeit konsultieren Sie bitte unsere Tests zu Thrombophilien und Vorzeitiger Ovarialinsuffizienz (FOP).